direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Lupe
Lupe

Nachdem die Literaturdatenbanken und weitere Recherchequellen ausgewählt wurden, werden die Suchbegriffe festgelegt. Hierfür wird das Forschungsthema/ Forschungsfragen in gleichrangige Begriffsblöcke zerlegt. Dieser Ansatz wird Block-Building-Methode genannt (Guba 2008, S. 63). Dabei hilft die sogenannte Begriffsmatrix, die die Themenblöcke und Suchbegriffe entsprechend eines Schemas auflistet. Ziel ist es, möglichst viele verschiedene Synonyme für die Teilbegriffe zu identifizieren. Eine präzise formulierte Forschungsfrage erleichtert die Identifikation der relevanten Suchbegriffe. Zudem unterstützen die Keywords besonders relevanter Artikel die Formulierung der Suchbegriffe.

Eine Begriffsmatrix für das Thema „Der Einfluss des Führungsstils auf die Leistung von Projektteams“ ist in dem Bild rechts dargestellt.

Identifizierung von Schlag- und Stichwörtern

Bei der Festlegung von Suchbegriffen sind Schlag- und Stichwörter zu unterscheiden, die beide im folgenden beschrieben werden:

Stichwörter

- kommt im Titel, Abstract und / oder Text vor

- manchmal vom Autor, aber meist nicht intellektuell vergeben

- nicht normiert

- verschiedene Schreibweisen und Formen (Singular / Plural) müssen getrennt gesucht werden

Schlagwörter

- beschreibt den Inhalt

- wird von einem Redaktionsteam vergeben

- in einer genormten Liste (Thesaurus) verzeichnet

- kann verschiedene Stichworte umfassen

- umfasst verschiedene Schreibweisen

 - datenbankspezifisch

Schlagwörter sind eine normierte Liste an Wörtern, die von Fachreferenten von manchen Datenbanken vergeben werden. Dieses sogenannte Schlagwortregister (Thesaurus) hilft dabei relevante Artikel zu finden, da Schlagwörter den Inhalt einer Publikation angeben. Dagegen ist bei der normalen Stichwortsuche ein inhaltlicher Fit nicht notwendigerweise gegeben, da die Datenbank auch Artikel anzeigt, bei dem ein Wort beispielsweise einmal im Abstract auftaucht, der Artikel sich aber inhaltlich nicht mit dem Thema beschäftigt.

Dennoch sollte stets sowohl mit Schlagwörtern als auch mit Stichwörtern gesucht werden, da zum einen manche Artikel noch keine Schlagwörter zugewiesen bekommen haben, oder aber auch Fehler bei der Zuweisung von Schlagwörtern entstehen können. 

Um Schlagwörter bei der Datenbank Business Source Complete zur Suche hinzuzufügen gibt es oben den Reiter Thesaurus. Hier kann man in einem neuen Suchfeld Schlagwörter finden und in die Suchanfrage integrieren. In der Suchhistorie sind Schlagwörter mit dem Zusatz DE (descriptor) gekennzeichnet.

Die Datenbank Econbiz der Zentralbibliothek Wirtschaft (ZBW), die auch deutschsprachige Literatur enthält, hat mit dem Standard-Thesaurus Wirtschaft ein eigenes Schlagwortregister geschaffen. Hierbei werden Schlagwörter durch ihre Verwendung in der Suchanfrage in der Recherche integriert.

Da die Schlagwortregister Begriffe in Synonyme, Oberbegriffe und Teilaspekte unterteilen, unterstützen sie die Erstellung einer Begriffsmatrix. Hierbei empfiehlt es sich, in der Begriffsmatrix anzugeben, woher die Suchwörter stammen (Thesaurus ZBW, Business Source Complete, etc.).

Durchführung der Suche in Literaturdatenbanken

Nachdem die Begriffsmatrix definiert wurde, beginnt die Suche in den Literaturdatenbanken. Zu empfehlen ist, jedes Wort der Begriffsmatrix einzelnen in die Datenbank einzugeben, um einen guten Überblick der Trefferanzahl pro Wort zu erhalten. Am Ende werden dann alle Wörter eines Begriffsblockes jeweils mit dem Boolschen Operator OR verknüpft und damit die Vereinigungsmenge aller Wörter gebildet. Anschließend werden diese dann untereinander mit dem Boolschen Operator AND verknüpft. Hierbei sollte jeder Block einzeln hinzugefügt werden, um zu sehen, wie sehr sich die Treffermenge verringert.

Da die Suchanfrage für jede Datenbank gesondert entwickelt werden muss, wurden Tools wie LitSonar entwickelt, um eine systematische Suche über verschiedene Datenbanken hinweg zu ermöglichen. LitSonar wurde von Prof. Dr. Ali Sunyaev (Institut für angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren) am Karlsruher Institute of Technology entwickelt.

Suche auch in anderen Quellen als Literaturdatenbanken

Neben Literaturdatenbanken sollte auch in anderen Quellen gesucht werden. Gründe hierfür sind nach Fink (2014, S. 27) folgende:

  • das Thema ist neu und noch nicht in Schlagwortregistern berücksichtigt
  • Suchbegriffe werden in Artikeln unterschiedlich angewendet, weil es keine einheitlichen Definitionen gibt
  • einige Studien sich noch im Veröffentlichungsprozess befinden, oder fertig sind, aber nicht veröffentlicht wurden.

Weitere Suchstrategien sind daher Handsuche, bibliographische Analyse, persönliche Kontakte und akademische Netzwerke (Briner & Denyer, S. 349). Bei der Handsuche schaut man sich die Quellenangaben relevanter Artikel an und ergänzt seine Trefferliste entsprechend. Zusätzlich sollte gezielt nach grauer Literatur gesucht werden, dass bedeutet Literatur, die nicht über den Buchhandel vertrieben wird wie Working Papers von Fachgebieten und Konferenzberichte. Durch die Einbeziehung verschiedener Publikationsarten soll der sogenannte Publication Bias (DBWM Video zum Publication Bias) gering gehalten werden, also Verzerrungen, die dadurch entstehen, dass nur Artikel aus Journals mit Begutachtungsverfahren herangezogen werden.

 Weiter zum 4. Schritt "Treffer aus verschiedenen Quellen zusammenfügen"

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.

Kontakt SLR

Dr. Franziska Klatt
030-31429778
Die Bibliothek Wirtschaft & Management
Raum H 5150b